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Micky und Smiley heißen jetzt Meiky und Moritz. Sie wissen es nur noch
nicht. Sie sind nämlich schon vermittelt, und zwar seit letzten Sonntag. Demnach
waren sie nur 11 Tage bei mir. Genaugenommen waren sie ja schon "vorbestellt".

Als die Bestellung kam, wußte ich nicht, welche Katzen ich vermitteln soll und
als Micky und Smiley kamen, wußte ich nicht, wo sie mal landen würden. Ich
wußte nur eines: es wird ein gutes Ende nehmen. Und so war es dann auch.
Eigentlich ganz einfach.

Damals, als ich Ehepaar L kennenlernte, wußte ich auch nicht, wie es enden wird.
Ich wußte nur, dass es ein gutes Ende nehmen wird. Im Jahr 1999 bis 2000 war
ich an einer Adresse zu Gange, wo ein älterer, sehr sozial angeschlagener Mann
gelebt und gestorben ist. Er hinterließ mehrere Katzen. Wir nahmen die mit, die sich in der Wohnung befanden.

Damit war das Problem für die Angehörigen und den Vermieter gelöst. Aber nicht
für Kathi.  Irgendwann bin ich drauf gekommen, dass der Verstorbene noch eine weitere Katze hatte. Die war nur nicht in der Wohnung, als wir seine Tiere einsammelten. Wie ich das feststellte? Ich klopfte auf eine Dose Katzenfutter und stellte 400g Futter in den Garten. Da kam eine völlig ausgehungerte Katze angerast, die das Futter in genau einer Minute verschlungen hat. Eine weitere 400-Gramm-Dose hat sie in einer weiteren Minute verschlungen. Da war für mich klar, dass das Tier herrenlos sein muß.

Kathi war sehr scheu und raste wie ein Schatten durch die Dämmerung, so  dass
ich mir gar nicht mehr sicher war, ob ich nun eine Katze gesehen habe
oder nicht.. Sie hat mehrere Monate ohne menschliche Zuwendung überlebt und war sehr verkehrssicher. Und nun kam das Problem: ich wollte diese Katze einfangen und hatte keine Möglichkeit, irgendwo eine Katzenfalle aufzustellen.

Und als ich so ratlos wie immer heimlich Futter für Kathi hinterließ, lernte ich Frau L. kennen, die fast jeden Abend ihre damalige Katze suchte. Sie war jung und ist ihr aus der Nachbarschaft zugelaufen. Und nun bekam ich Hilfe. Ehepaar L erklärte sich bereit, Kathi anzufüttern. In ihrem Garten, unter einer Thuja. Ein sehr geeigneter undgeschützter Platz. Und wer kam da noch zum Fressen: ein Kater, den wir damals als wild und scheu eingeschätzt haben: Joschka wurde er später getauft.

Beide wurden also angefüttert und eingefangen und kastriert. Joschka schien uns wild. Wir ließen ihn wieder kastriert am Futterplatz laufen. Dort sollte er weiterhin gefüttert werden. Kathi kam damals zu mir. Zur gleichen Zeit wie der arme Benny damals. Er war bei einem Umzug zurück gelassen worden und wurde von mir eingefangen. Einängstlicher und traumatisierter Kater.

Und dann passierte es: die zugelaufene Katzen von Ehepaar L wurde überfahren.
Staatstrauer. Tränen, Leid und und und. Und dann irgendwann der Wunsch nach
weiteren Katzen und gleichzeitig die Angst, dass sich dieses Drama wiederholt.
Und mein Vorschlag an Ehepaar L: warum nehmen sie nicht Kathi, die ihre vorzügliche Verkehrssicherheit in diesem Revier in den letzten Jahren schon bestens unter Beweis gestellt hat? Und Benni gleich dazu? Der  war ja auch schon erfolgreicher Streuner.

Und so gab es für Kathi und Benny ein Happy End. Sie zogen am 03.08.2000 bei
Ehepaar L ein und hatten ein langes und perfektes Leben. Ihre letzte Ruhe haben
sie in der Nähe der Thuja gefunden.

Und was passierte mit Joschka?: Er war gar nicht herrenlos. Er gehörte damals
einem Dorgenabhängigen, wie ich später herausbekam. Und der kam ins Gefängnis. Kater Joschka verbrachte mehrere Tage alleine in der Wohnung und schrie wie am Spieß. Zum Glück hörte ihn irgendwann der Vermieter, öffnete die Wohnung und der Kater schoß ins Freie. Dort schlug er sich einige Monate lang durch. Anfassen ließ er sich nicht. Und dann tat er das einzig Richtige: er lief bei Frau R. zu. Sehr clever. Er war zwar anfänglich sehr schwierig, aber das hat sich gegeben. Dort durfte er bis zu seinem Tod vor zwei Jahren leben. Seine letzte Ruhe fand er in ihrem Garten.

Und nun raten Sie mal, wo Meiky und Moritz gelandet sind: genau: bei Ehepaar L. Hier schließt sich wieder der Kreis. Schicksal könnte man das nennen. Herr E. würde sich freuen, wenn er wüßte, dass seine beiden Kater so schnell und gut untergekommen sind.Ich wußte nicht, was passieren wird, aber ich wußte, dass es ein gutes Ende nehmen wird.
16.01.2013



















 




Was macht eigentlich Irma (siehe Bericht vom 15.10.2012)? Das sehen Sie auf diesem Bild. Inzwischen war sie beim Friseur, ist gut mit ihren Herztabletten getunt und liegt oft mit dem alten Sir Felix auf dem Sofa, meine Muppet-Show eben. Das alte Fräulein freut sich des Lebens und hat einen guten Appetit. Und jetzt hoffen wir, dass es lange so bleibt..... Fortuna hat noch einmal ihr Bestes gegeben. 14.01.2013



Das neue Jahr hat für uns so begonnen, wie es für Micky und Smiley geendet hat: mit einem menschlichen Todesfall. Der Besitzer Herr E. ist überraschend verstorben. Ihm habe ich die beiden Katzen vor einigen Jahren vermittelt. Gerade mal 60 Jahre alt ist Herr E. geworden. Er ist aus dem Taxi, das ihn von der Dialyse nach Hause gebracht hat, ausgestiegen und tot zusammen gebrochen. Auf der Straße. So schnell kann ein Leben ausgelöscht sein.

Das sich seine Gesundheit so verschlechtert, hätte er sich wohl nicht träumen lassen.   Wie heißt es so schön: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!!!.

Völlig klar, dass ich "meine" beiden Schützlinge sofort abgeholt habe. Herr E hat Vorsorge getroffen. Ich bin sofort benachrichtigt worden. Er hat auch für seinen behinderten Sohn Vorsorge getroffen. Er hat schon vor einiger Zeit eine gesetzliche Betreuung für ihn einrichten lassen. Eine Freundin der Familie hat dies übernommen. Und nun gibt es einen Vater und Tierfreund weniger und drei Waisen mehr.

Und trotzdem: für Micky und Smiley wird es weiter gehen. Sie werden einen sehr vorzüglichen Platz bekommen. Das weiß ich ganz bestimmt.  Nur weiß ich noch nicht, wann und wo das sein wird. Aber so wird es kommen.
09.01.2013



Lange habe ich mir überlegt, ob ich die folgenden Zeilen schreiben soll.  Schöner wäre es natürlich, wenn es so was gar nicht erst geben würde. Aber das Leben fragt nicht immer danach, was uns gefällt......

Als ich Renate W. kennenlernte im Jahr 2006 war sie noch selbstständige Bilanzbuchhalterin, hatte ein BWL-Studium hinter sich und bewohnte ein kleines nettes Häuschen in einer kleinen Siedlung. Besonders hat mir der völlig katzenausbruchsichere kleine Garten gefallen. Frau W. war gepflegt und trug gute Kleidung als sie mich besuchte und sich ein Persermädchen aussuchte.

Über die Vermittlung wurden wir uns schnell einig. Ich brachte die Katze dorthin und freute mich. Zwar konnte ich schon sehen, dass Frau W. nicht unbedingt einen Putzfimmel hatte, aber es war okay. Einer Katze ist es egal, ob man wöchentlich Staub wischt und wie oft man die Fenster putzt. Und die anderen beiden Katzen, die sie noch hatte, machten einen guten Eindruck.

Dann traf ich Frau W. immer wieder beim Einkaufen. Sie wußte immer, wo es die besten Sonder- angebote gibt. Und ich war auch mal zum Essen eingeladen. Sie kocht ganz vorzüglich. Warum
man allerdings so etwa drei Weißweinschorle bei größter Sommerhitze zum Essen trinken muß, war mir nicht klar. Aber ich mag keine Wein und lasse jedem seine Vorlieben.

Und dann verlor ich sie aus den Augen. Bis zum 30.09.2012. Denn da teilte man mir mit, dass genau diese Katze im Tierheim eingeliefert worden ist.  Aus einer verwahrlosten Wohnung. Total verdreckt, vermüllt und und und. Was ich dann noch erfuhr, zog mir den Boden unter den Füßen weg.

Frau W. war ins Krankenhaus gekommen. Sie hatte 10 cm lange verdreckte Fingernägel, war total verwahrlost und verdreckt. Die Wohnungsräumung wird derzeit vom Vermieter veranlasst und für sie ist die Unterbringung in einer betreuten Wohnform vorgesehen. Das Ordnungsamt hat ihr alle Katzen weggenommen.

Das liest sich furchtbar. Und das ist es auch. Meine erster Gedanke war: "Renate, Du alte Drecksau". Inzwischen habe ich meine Emotionen wieder etwas im Griff und ich versuche die menschliche Tragödie hinter diesen Ereignissen zu sehen. Ein Mensch völlig am Ende.

Woher will ich wissen, was mal mit mir passieren wird? Vielleicht habe ich die Erlebnisse einfach nur noch nicht gehabt, die mich so tief runterziehen könnten.

Das ist eine tragische Erkenntnis: ich kann nur dann vielen Tieren helfen, wenn ich
ich sie auch vermittle. Aber dann muß ich loslassen. Und ich kann sie nicht auf
immer und ewig gegen das allgemeine Lebensrisiko absichern. Und sie werden
das Schicksal ihrer neuen Besitzer teilen, im Guten wie auch im Schlechten.

Für Irma, so heißt die Perserkatze, kam das genau rechtzeitig. Ich holte sie sofort aus dem Tierheim und sie machte einen guten Eindruck. Aber dann, drei Tage später, stellte sich heftige Atemnot ein, sie röchelte mit offenem Mund und heraushängender Zunge. Alarmierend schlecht. Erst tippte ich auf Asthma. Meine Notfallversorgung half nicht und ich raste zum Notdienst mit ihr: Wasser in der Lunge. Eine schlimme Diagnose. Therapie in der Schnelle auf Verdacht: Erst einmal Entwässern. Nun wird sie auf Herz- insuffizienz behandelt und es geht ihr viel besser. Sie wird aber medikamentenpflichtig bleiben.

Wäre dieser Notstand kurz zuvor  in ihrer alten Heimat aufgetreten, dann wäre sie qualvoll erstickt. Und es wäre noch nicht einmal bemerkt worden. Vielleicht irgendwann mal von den Nachbarn wegen dem Gestank.

Irma wird bei mir bleiben und sie bekommt ihr Gnadenbrot. Niemals habe ich Katzen einfach so behalten, weil mir immer klar war, dass auch mal eine hängen bleiben wird. Sie wird vielleicht auch nicht mehr lange leben, aber sie soll es noch schön haben. Ich möchte an ihr einiges wieder "gut machen", wenn man das überhaupt kann. Keine Ahnung, ob ich es bin, aber ich fühle mich schuldig. 15.10.2012

Das Jahr 2011 endet genauso, wie es angefangen hat: mit KATZEN. Es war darüber hinaus ein Jahr der „Langzeitprojekte“, die nun alle ein gutes Ende oder genauer gesagt, einen guten Platz gefunden haben. Einige meiner Schützlinge mussten ein bis zwei Jahre auf eine gute Heimat warten. Womit sich wieder meine Devise bestätigt hat, dass jede Katze vermittelbar ist, sofern man nur ausdauernd genug ist. Ich will nicht darüber nachdenken, was aus ihnen geworden wäre, wenn sie ihre letzte Chance nicht bekommen hätten……

VIELEN DANK AN ALLE!!!!! die uns in irgendeiner Form unterstützt haben. Es sind immer alle satt geworden und jedes Tier bekam seine notwendigen Tierarztbehandlungen. Wie immer konnte mit wenig Mitteln viel erreicht werden. Bis heute habe ich nicht herausgefunden, wie das alles funktioniert. Aber es funktioniert!! Glaube versetzt Berge und ich glaube an den Erfolg für meine Katzen. 

Freud und Leid liegen auch hier dicht beisammen. Drei Mal haben wir verloren und konnten nur noch für Erlösung sorgen, sie waren absolut unheilbar erkrankt. Das war bitter. Alle anderen Patienten wurden so lange gepäppelt, bis sie freiwillig wieder gesund wurden.

Welche Vorsätze gibt es für 2012? Keine. Wir machen einfach so weiter.

Allen Menschen und Tieren einen guten Start und viel Glück zum Jahreswechsel. Kerstin Kalchert  31.12.2011



Matze und Bine sollten vermittelt werden. Eine Wohnung mit vernetztem Balkon sollte es sein. Schön sicher. Aber nicht sicher genug. Zumindest nicht für Bine. Denn die war nach zwei Tagen spurlos verschwunden. Nur ein Loch im Netz war ein Indiz für ihren Ausbruch. Und dann keine Spur mehr von Bine. Das war so ziemlich die größte Katastrophe, wie sie bei Vermittlungen passieren kann. Gleich nach zwei Tagen ausbüchsen. Noch nicht einmal an das Revier angewöhnt. Und dazu noch bei einer ängstlichen Katze. Fast aussichtslos. Sofort haben wir eine Katzenfalle direkt unter diesem Balkon aufgestellt. Und was haben wir gefangen: so ziemlich alles, aber keine Bine. Das waren schlaflose Nächte und sorgenvolle Tage. Furchtbar.

Und dann eines Morgens: Schnipsel auf dem Balkon. Eine Packung Katzenfutter war zerfetzt. Konnte aber nur Bine gewesen sein. Nach nochmaligem heftigen Suchen wurde sie in ihrem Spezialversteck entdeckt: sie ist aussen an der Balkonbrüstung entlang geklettert und hat sich dann in einem Zwischenraum zwischen Balkongeländer und einer nachträglich angebrachten  Sperrholzplattte versteckt. Diese war extra eingezogen worden, um den Balkon noch sicherer zu machen. Und von  dort aus  hat sie  eines nachts eine Exkursion zurück auf den Balkon gemacht. Nun saß sie wieder in diesem Hohlraum. Sofort haben wir die Katzenfalle auf dem Balkon aufgestellt und die Wohnung verlassen. Unsere Rechnung ging auf: die völlig ausgehungerte Bine kletterte sofort zurück und ging in die Katzenfalle. Katzen wie Bine kann man eigentlich nur noch nach Alkatraz vermitteln. Mich hat das jede Menge Nerven und Bine jede Menge Gewicht gekostet........19.06.2012



Tierbesitzer wissen schon lange, wie menschlich die Katzen sind. Sie sind nicht nur menschlich, sondern auch "politisch"! Vielleicht darf ich Ihnen mein "Kabinett" vorstellen: angefangen mit dem alten grauen Senior-Kater, sehr souverän, allversöhnend und fast schon überparteilich: das ist der Bundespräsident, natürlich von der CDU, aber nicht so arg, grau ist eben doch nicht ganz schwarz. Oder Naomi, die Chefin: das ist die Bundeskanzlerin, die redet schon auch mal Tacheles und haut den anderen auf die Mütze. Dann die beiden jungen roten Kater, was die genau machen, weiß ich nicht, aber den ganzen Tag Unfug, die sind von den JUSOS. Dann der große kräfitge Alphakater. Er ist der Verteidigungsminister, weil er so gerne rumstänkert. Aber seit er die zweite Hormonspritze bekommen hat, könnte man es auch mal mit dem Familienministerium probieren. TOP SECRET: die süße Maus mit den großen Ohren leitet den Bundesnachrichtendienst beim Innenministerium. Der kleine einäugige schwarze Kater aus dem Schrebergarten: das kann nur die CDU sein, Landwirtschaftsministerium und Max, der gerne Freiläufer wäre: Aussenministerium. Der junge neugierige Kater, der gerne alles austüftelt und sogar die Klospülung bedienen kann: Forschungsministerium. Der flotte Tigerkater, der in einer Tiefgarage gefunden worden ist: Verkehrsministerium. Felix, der ein sehr guter Mäusefänger sein soll: FDP, Wirtschaftsministerium und Georg, der immer gleich beleidigt und nachtragend ist: Justizministerium.... Ich bin überzeugt, dass die ihren menschlichen Kollegen in nichts nachstehen, sie sind sogar allesamt bestechlich und machen viel Scheiß..........14.04.2011


Gestern wurde ich von einem jungen türkischen Mann angerufen und ich bin immer noch fasziniert von so viel Blödheit. Er hat einen jüngeren Rassekater. Man hätte ihm schon öfters empfohlen, ihn kastrieren zu lassen. Will er aber nicht. Der soll Spaß haben, also eine Katze bekommen, um sich zu vergnügen. Ganz egal, wieviel Nachwuchs dabei heraus kommt: er hätte eine große Wohnung und einen großen Garten.... (und ein kleines Hirn wie mir scheint....)

Bei manchen Menschen, vorwiegend bei  Männern, vorwiegend bei einfach strukturierten habe ich immer wieder das Gefühl, dass sie den Tieren das ermöglichen möchten, was sie selbst gerne täten: einfach mal richtig rumpoppen, ohne an die Folgen zu denken....Eine ureigenste männliche Domäne.

Und nun wollte er meinen Rat. Ich habe ihm geraten, den Kater kastrieren zu lassen und sich selbst zu vergnügen... Aber egal, was ich ihm sonst noch so geraten habe und hätte: kann man sich alles sparen. Da kann ich eher noch einer Kuh die Mitternachtsformel erklären. Ich würde sagen, das hat mit bildungsfern gar nichts mehr zu tun. Das ist eher schon vernunftresistent. Wo sollte auch die ganze Bildung hin, wenn schon gar kein Hirn vorhanden ist!!!! (Herr T., hier käme dann Ihr Einsatz....Sie wollten mich doch mal wegen Volksverhetzung anzeigen...) 03.04.2011



Das ist Filou mit ihrem neuen Freund in ihrer neuen Wohnung fotografiert von ihrer neuen Besitzerin.

Der Stuttgarter Hallschlag ist ein bunter und lebhafter Stadteil. Das könnte an dem vielen Gesindel liegen, das dort wohnt. Wenn Sie dort gelandet sind, dann wissen Sie, dass es nicht mehr viel weiter runter geht. Und wenn man dort als Katze landet, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man einen schlechten und irgendwann gar keinen Besitzer mehr hat, wobei ich nicht auf Anhieb sagen kann, was schlimmer ist. Man kann nur noch darauf vertrauen, dass man noch ein bißchen Glück hat, wie Filou zum Beispiel, um die sich eine Frau rührend gekümmert hat, obwohl sie keine Tiere halten darf und obwohl sie selbst nicht viel hat. Sie hat dafür gesorgt, dass Filou kastriert wird, nachdem sie drei Mal Junge bekommen hat und sie hat sie zum Tierarzt gebracht, als sie krank war. Filou war wohl von einem Drogenabhängigen zurückgelassen worden. Und dann gehörte sie wohl irgendwie dem ganzen Haus. Aber nur, so lange es keine Mühe machte, so ganz unverbindlich eben. Nicht zu erwähnen, dass sie tags und nachts draussen bleiben musste. Sogar zum Jungekriegen durfte sie nicht rein.

Es war schmerzhaft für die Frau, Filou "herzugeben". Aber sie hat diese Entscheidung getroffen, damit sie die Chance auf ein neues Leben hat. Meine Hochachtung!! Und wissen Sie, was jetzt passiert: jetzt auf einmal kommen die anderen Hausbewohner, die, die sich nie richtig um Filou gekümmert haben und erheben Besitzansprüche. Ich wurde schon von der Polizei angerufen und nach der Katze gefragt. Ich habe denen gleich mal ganz deutlich gesagt, dass es niemanden, wirklich niemandem gelingen wird, zu erfahren, wohin ich diese Katze letztes Wochenende vermittelt habe. Ich bin bereit, sämtliche Unannehmlichkeiten auf mich zu nehmen, egal welche: Ihr könnt mich alle mal!!!! Filou hat ein neues Leben begonnen und den sozialen Aufstieg nach nur wenigen Tagen geschafft.  Und wenn jetzt jemand glaubt, ich gebe sie zurück, der kennt  mich noch nicht..... 22.03.2011

PS. Eine Nachbarin schrieb mir ins Gästebuch "Filou gesucht". Genau von ihr wurde mir berichtet, dass sie die Filou mit einem Besen vertreiben hat, als sie zu ihren 5 Wochen alten Jungen wollte. Diese hat sie an sich genommen und ihrer Mutter entrissen. Erlebe ich immer wieder: die Kleinen sind so süß und scheißegal, was mit der Katzenmutter passiert..

Natürlich habe ich für Alle Verständnis. Auch für psychisch Kranke, denen es ja so schlecht geht und die wieder eine Aufgabe suchen, etwas, wofür sie da sein können. Aber nicht mit meinen Tieren!!! Die sollen sich andere Therapeutika suchen. Hier ist Tierschutz und keine Selbsthilfegruppe. So auch Frau Sch. aus Dürrlewang, die mich anrief. Sie ist gerade dabei, die Psychotabletten abzusetzen. Und jetzt wäre genau der richtige Zeitpunkt für eine Katze. Ja, sie hatte schon eine. Aber nur 4 Jahre. Die hat sie als gaaaaanz klein vom Bauernhof bekommen, eine Handvoll. Nein, kastriert war sie nicht. Aber die wollte wieder zurück zum Bauernhof, als sie 4 Jahre alt war, sie war nämlich unsauber ( passiert auch bei unkastrierten Weibchen , oder sie hat die Psychotante nicht mehr ertragen können). Und da hat Frau Sch. die unkastrierte Katze wieder auf den Bauernhof zurückgebracht. Und eine edle Begründnng hat sie sich  für ihr Gewissen zurecht gelegt: die Katze wollte das.  Wenn ich so was höre, dann brauche ich Psychopharmaka. Diese blöde Nuss.

Leider musste ich viele von diesen Psychos kennenlernen, sowohl beruflich als auch im Tierschutz. Sie haben fast alle was gemeinsam: sie wissen sehr wohl, wo ihr Vorteil liegt. Und wenn ihnen ein Tier gut tut, dann wollen sie es und wenn nicht mehr, dann kommt es eben weg. Knallhart. Und dann gehen sie wieder in ihre Therapiestunde und schlucken Tabletten, damit sie diese böse Welt  besser ertragen können.

Es werden so oft die Landwirte kritisiert, wie sie mit ihrem Nutzvieh umgehen. Was glauben Sie passiert mit einer Milchkuh, die keine Milch mehr gibt: sie kommt weg, In die Wurst. Ein unnützer Fresser weniger. Und ich behaupte mal, dass viele Tierhalter auch nicht anders sind. Die Katze ist nämlich ein emotionales Nutztier. Wenn sie ihrem Halter nicht den gewünschten Ertrag an Annehmlichkeiten bringt, dann kommt sie auch weg! Genau an diesem Punkt zeigt sich, ob jemand ein Tier auch selbstlos lieben kann und auch in ein Tier investiert, das nicht mehr viel zurück geben kann. Und da wissen Sie sehr schnell, was für einen Tierfreund Sie vor sich haben. Es ist zwar schwer, für Katzen mit Handicap einen Platz zu finden, aber ich kann mir fast immer sicher sein, dass jeder, der dann doch so ein Tier nimmt, ein Premiumplatz und vor allem auch ein Premiummensch ist, aber die sind leider sehr selten, oder sagen wir mal so: in ihren Reihen ist es so übersichtlich.....

Bei psychisch erkrankten Menschen, also bei denen, die was an der Waffel haben, beobachte ich dieses "Nutztier-Verhalten" noch massiver. Die wollen  nicht nur emotionale  Annehmlichkeiten, sondern sie wollen noch eine Art therapeutischen Gewinn für sich. Und diese Rechnung geht eben längst nicht immer auf. Zum einen kann man nicht immer nur nehmen, man muß auch geben. Dazu braucht man Kraft und Hirn und auch CHARAKTER!! Oder vielleicht auch nur mal ein bißchen Selbstlosigkeit. Frau Sch. hat sich wohl so gar keine Gedanken gemacht. Hätte sie sich ein bißchen bemüht, dann hätte sie sehr schnell heraus finden können, dass man eine Katze erst mal kastrieren sollte, bevor nan sich über ihre Unsauberkeit beklagt. Intellektuell wäre sie sehr wohl dazu in der Lage gewesen. Sie hat mir nämlich erst mal erklärt, dass sie einen Beruf in leitender Funktion mit Personalverantwortung hat. Mit ein bißchen Nachdenken hätte sie erkennen können, dass das Bauernhofleben für eine inzwischen domestizierte Katze ein grausames Leben sein kann. Aber das ist ja egal. wenn man eine Katze schnell und ohne Umstände  loswerden will. Egal, wieviel Tiere jetzt wieder ins Unglück geboren werden.  Und noch was: ich kenne niemanden, wirklich niemanden, der mal gaga war und es jetzt nicht mehr ist. (Allerdings habe ich Frau K. zum Glück schon lange nicht mehr getroffen...). So was ist nun mal nicht heilbar, egal wieviel Tiere für eine solche Therapie verschlissen werden.

Letztendlich hängt es immer auch davon ab, was der einzelne Tierhalter zu investieren bereit und in der Lage ist. Und an diesem Punkt halte ich viele Menschen einfach nur für beschränkt. 20.03.2011


"Kater in Not" war die Überschrift der E-Mail, die ich bekam. Aber genauer gesagt war eigentlich die Familie eher in Not. Es ist Frühling. Der junge Kater ist 6 Monate alt. Und er wurde kürzlich unsauber. Richtig schlimm unsauber. Und die Tierarztpraxis in Ditzingen hat ihn mehrere Tage lang eingehend untersucht (ich habe nicht rausgefunden, was das gekostet hat). Und wissen Sie was: es wurde keine Erkrankung fesgestellt. Natürlich nicht. Er ist nämlich unkastriert und müsste einfach nur kastriert werden. Aber dafür hält ihn die Tierarztpraxis zu jung und tut es nicht, um ihm nicht zu schaden. Wenn er allerdings daheim rausfliegt, dann fragt es sich, was ihm nun schadet und was nicht. Mich würde mal interessieren, ob solche Theorie-Tierärzte diesen Standpunkt weiterhin vertreten würden, wenn es ihre eigene Wohnung wäre.....

Merke: wer alt genug ist zum Markieren, der ist auch alt genug, um kastriert zu werden....

Kürzlich gab es sogar einen 4 Monate alten Drei-Käse-Hoch, der markiert hat, wie ein Bock, der war noch so klein, dass selbst wir nicht auf die Idee gekommen sind, dass man ihn einfach nur kastrieren müsste. Und siehe da: der Spuk war vorbei, aber nicht gleich. Sind die Kater erst mal in Hochform, dann kann es noch Wochen dauern, bis das Hormonniveau im Körper wieder nachlässt und das Markieren aufhört.

Um noch einmal auf den jungen Kater aus Ditzingen zurückzukommen: ich sollte ihn nämlich vermitteln. So nach dem Motto: "Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, piss andre an...". Nur leider gibt es keine Nachfrage nach markierenden unkastrierten Katern. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Tierärzte aus Ditzingen ihn adoptieren würden....Der junge Kater hat schon Freilauf. Und das nächste Problem wäre in Sicht. Sie gehen auf Hochzeitsreise und verlaufen sich. Da sind die Hormone noch schneller wie das GPS. Viele verirren sich und werden zu herrenlosen verwahrlosten Streunern. Jedes Jahr bekomme ich so ein Elend angeliefert. Erst letzte Woche wieder so ein jüngerer Kater. Und es rufen immer wieder Leute bei mir an, die ihre unkastrierten Kater suchen. Sie wollten die natürlich kastrieren lassen, aber der Tierarzt hat gesagt, er sei noch zu jung. Ja, aber er hat natürlich auch nicht gesagt, dass man sie unkastriert nicht raus lassen sollte. Da müssten doch eigentlich die Tierärzte auch beim Suchen helfen oder einen Rettungsfond für unkastrierte Streunerkater gründen. Müssen die natürlich nicht. Da kommen nämlich wieder die blöden Tierschützer und bringen die zur Sanierung in die Praxis und der einzige, der dabei noch was verdient, ist der Tierarzt....Fairer Weise sei erwähnt, dass sich auch viele Tierbesitzer nicht ausreichend informieren oder die Kastration eines Katers  als nicht so wichtig erachten.

Wenn sich diese unkastrieren Streuner erst mal einige Zeit durchschlagen müssen, vielleicht einige Jahre, dann sind sie überall sehr ungern gesehen. Sie schlägern sich oft, und wenn sie sich in einer Wohnung niederlassen wollen, zum Beispiel durch eine Katzenklappe eindringen, dann werden sie schnell wieder verjagt, weil diesen Gestank niemand aushält. Sie haben ein hartes Leben und verwildern. Und wenn man dann so einen Kater zur Resozialisierung bekommt, dann ist das eine enorm schwierige Aufgabe. Bei Robin Hood hat sie 12 Monate gedauert.

Da fällt mir gerade ein: vor ca drei Jahren lernte ich ein sehr gewissenhaftes und solventes Ehepaar kennen. Die wollten alles richtigt machen und erkundigten sich dummerweise bei einer Tierärztin in Sillenbuch. Das Resultat war: die junge Katze wurde zunächst sterilisiert (also unfruchtbar gemacht durch Durchtrennen der Eileiter, wobei das Sexualverhalten und die hormonelle Entwicklung erhalten bleiben). Und nach einiger Zeit, als man die Katze für alt genug erachtete, wurde sie kastriert (Entfernung der Eierstöcke)  Also zwei Mal OP und zwei Mal abkassiert. 13.02.2011


Das Jahr 2010 war bei uns das Jahr der verstoßenen Katzen und der "Langzeitprojekte", damit meine ich all die Katzen, die sich nicht ad hoc vermitteln lassen, das sind die Tiere, die erst mit viel Zuwendung, Betreuung, Pflege und Geduld an die Vermittlung herangeführt werden müssen, diejenigen, die nur allzu schnell unter unter die Räder kommen und durch alle Raster fallen. Und ich weiß, dass ich jedes einzelne Projekt erfolgreich abschließen werde!!!                            


Ein Jahr lang Tierschutz, das ist zunächst mal gar nicht spektakulär, aber vieeeel Arbeit und jede Menge Logistik, das sind 1825 Dosen Katzenfutter, 4 Zentner Trockenfutter, 520 Säcke Katzenstreu, 1092 Mülltüten, 14 Liter Desinfektionsmittel, ca 1100 Eimer Putzwasser, 150 Waschmaschinenladungen, das sind ca 730 Mal Katzenzimmer wischen, das sind 200 Mal Staubsaugen, ca 4000 Mal Katzenklo reinigen, ca 6570 Mal Futter- und Wassernäpfe reinigen und füllen, ca 100 Mal Einkaufen, ca 70 Tierarztbesuche, ca 450 Spritzen, 200 Tabletten, ca 50 Mal Inhalieren und 38 Tuben Augensalbe. Das ist also jede Menge Logistik. Bei dieser Gelegenheit grüße ich meine Bandscheiben: haltet durch!!!


Ein Jahr lang Tierschutz, das sind zunächst mal viele Sorgen, aber noch viel mehr Freude, wenn das Unmögliche wahr wird und ein Projekt ein gutes Ende gefunden hat, wenn chronisch kranke Katzen wieder fit werden, wenn die Ängstlichen sich das erste Mal anfassen lassen, wenn auch die eine Chance bekommen, für die vom Schicksal gar keine mehr vorgesehen war.


Vieeeeelen Dank an alle, die mich dabei unterstützen, ich weiß das sehr zu schätzen. Keinen einzigen Tag hatte ich Existenzsorgen, es hat immer funktioniert, wie genau, das weiß ich nicht, aber es funktioniert. Auch vielen Dank an den besten Tierarzt von allen... Vielen Dank an Charlotte, der Flohmarktmanagerin, sie hat ein unglaubliches Talent, sie kann sogar Kühlschränke an Eskimos verkaufen...Vielen Dank an das Stuttgarter Tierheim und vielen Dank an meine IT-Berater. Ich habe jetzt tatsächlich einen eigenen Computer, jetzt, nachdem wir sogar  schon einige Zeit fließend Wasser haben.... Kerstin Kalchert, 09.01.2011





Es ist genauso anstrengend wie unspektakulär, aber meine sieben Neuzugänge sind nun allesamt eingelebt und fit. Nun scheint das soziale Gefüge im Katzenzimmer wieder zu funktionieren. Sehr schlecht war, dass ich selbst gerade einen ordentlichen Schnupfen hatte, als sie kamen. Streß, Umstellung und dann ist das passiert, vor dem ich großen Respekt habe: einige haben sich an mir !!!!! angesteckt. Das ist dann doppelt schlimm. Und natürlich: die Langzeitkandidaten hier haben sich natürlich nicht angesteckt. Viele glauben es nicht, aber die Katzen stecken sich sehr viel öfters am Menschen an, wie umgekehrt. Wenn ich nur wüßte, wie ich mich nächstes Mal, bei der nächsten Erkältung verhalten soll. Ich kann ja schlecht ins Hotel ziehen oder nur noch mit einer Plastiktüte über dem Kopf rumlaufen.....Es war seeeehr anstrengend. 12.12.2010


Wenn man als Katze im Leben richtig Pech haben will, dann reicht es, wenn man im Landkreis Böblingen lebt. Das ist leider in punkto Tierschutz immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Immerhin werden schon mal freilebende Katzen eingefangen und kastriert. Aber nicht von den 10 hauptamtlich Tätigen beim Tierschutzverein. Es gibt 2-3 Ehrenamtliche, die einfach mal aus Mitleid ausgeschwärmt sind und wilde Katzen zur Kastration einfangen. Die werden dann vom Tierheim angerufen und ihnen wird gesagt, wo es wilde Katzenkolonien gibt., Und sie bekommen auch gesagt, dass sie auf jeden Fall keine im Tierheim abgeben können. Das gilt auch, wenn ein zahmes Tier irgendwo  gefunden wird. Das Tierheim im Landkreis Böblingen hat schon seit Monaten Aufnahmestopp für Katzen. Die Ehrenamtlichen erhalten die Anweisung, etwaige Notfälle in umliegenden Tierheimen unterzubringen. Oder sie bleiben eben dort wo sie sind, auf der Straße eben oder sonst wo. Und nun denken Sie mal darüber nach, wie groß der ländliche Bereich des Landkreises Böblingen ist. Eine Tragödie

Im Landkreis Böblingen gibt es auch einen Bauernhof. Eine fromme Familie,eine lebende Anklage für alle Gottlosen, die dem Gericht Gottes nicht entgehen werden.... Die sind sehr tierlieb. Die Kinder bekamen immer mal die Tiere, auf die sie kurzfristig Lust hatten. Die Hasen sind dann halt verhungert, als die Tochter keine Lust mehr hatte, sie zu füttern. Aber was will man da als Eltern schon machen, wenn die 15jährie Tochter keine Lust mehr hat, die Hasen zu versorgen...? Und die Pferde standen so lange im Matsch, bis sie eine schlimme Hufkrankheit bekamen. Aber auch da wissen sich die Bauern zu helfen. Sie haben nämlich ein eigenes Schlachthaus. Toll gell.....

Dort im Ort wurde eine unkastrierte weibliche herrenlose Katze gefunden. Das Tierheim nimmt nichts auf. Also wurde sie ausgerechnet auf diesen Bauernhof gebracht. Bäuerin B. wollte aber nur junge Katzen. Also nahm sie dieses unglückliche Geschöpf und setzte es in eine benachbarte Scheune, ausgerechnet zu einem vorbildlichen Bauern, der alle Katzen kastrieren ließ. Das hat zum Glück jemand mitbekommen. Die Katze wurde mit der Falle eingefangen und ist jetzt bei mir. Wie oft bekommen wir das Elend nur zufällig mit. Und ich will gar nicht darüber nachdenken, wie oft sich Tragödien unbemerkt abspielen....07.11.2010


Geschunden, geplagt, "vergewaltigt", gepeinigt. Von wem?  Von mir!!!! Und glauben Sie mir, mir ging es auch schlecht dabei. Es war für uns alle Streß. Aber der ist ja nun vorbei. So nach 5-6 Monaten kann man eine Behandlung schon mal beenden.

Wenn "meine" Katzen krank sind, dann bin ich immer sofort alamiert. Wenn aber meine scheuen Katzen, die halbwilden, die, die sich nicht anfassen lassen, krank sind, dann bekomme ich Schweißausbrüche. Denn auch die müssen behandelt werden, die müssen zum Tierarzt, die müssen mehrmals täglich Augensalbe bekommen, die müssen nach Absprache mit dem Tierarzt ihre Spritzen bekommen. Aber wie?? Dabei ist es nur ein schwacher Trost, dass sich selbst die Tierarztpraxis heftig anstrengen muß, um sie  zu behandeln Und ich habe leider nur zwei Hände... Kein Trost. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt.

Zum Spritzen habe ich sie in ein riesiges Badetuch gewickelt und einfach durchgestochen. Nicht wirklich toll, aber die einzige Möglichkeit, ihnen die Medikamente zu verpassen und immer noch leichter, als Tabletten zu geben. Da hätte ich gleich in eine Hächselmaschine fassen können. Welche Alternative gibt es denn zum Gesundwerden? Was wäre, wenn ich es nicht schaffe? Was passiert, wenn sie nicht behandelt werden? Dauernd chronisch krank und auch für die anderen Katzen ansteckend? Und das mehrere Monate.... Immer wieder Fieberschübe, tränende Augen und Niesen. Inzwischen sind sie stabil. Ich habe größten Respekt vor verschleppten chronischen Infektionen!!!!

Meine Katzenfamilie muß schon lange krank gewesen sein, als sie zu mir kam. Sie kamen von der Straße. Immerhin aus Paris, aber dort sind die Straßen auch nicht wirklich schön, wenn man auf ihnen wohnen muß und schon gar nicht im Winter. Zuerst kamen nur die Mutti und ein Katerchen. Die anderen drei waren nach ihrer Entlassung aus der Forriere (das ist eine französische Tiertötungsanlage) nicht mehr reisefähig. Sie blieben einen Monat im Elsass bei einer Tierschützerin, waren aber immer noch krank, als sie hier ankamen. Ein Mädchen ist gestorben.

In einer Forriere werden Katzen abgegeben, die von Privatfirmen auf der Straße eingesammelt wurden, oder die die Besitzer selbst dort abgeben. Nach einer Woche können sie eingeschläftert werden, wenn niemand Besitzansprüche erhebt oder sich kein Tierschützer bereit erklärt, diese Tiere zu übernehmen. Und erst dann und wirklich erst dann werden sie noch von den Tierärzten in der Fourriere ärztlich behandelt: sie werden geimpft, tätowiert und bekommen sogar einen Bluttest. Und in Narkose werden sie auch gelegt. Egal, wie krank sie sind. Und wenn eine Katze ohnehin schon krank ist, kann man ihr so den Rest geben. Dann wäre es doch besser, diese Metzger würden nicht auch noch Tierarzt spielen, wenn nur Mist dabei raus kommt. Eine Fourriere wäre doch der ideale Arbeitsplatz für alle Abdecker und durch das Examen gefallene Tierärzte. Die Tiere, die sie nicht einschläfern, bringen sie durch ihre stümperhafte Behandlung um die Ecke. Die EU macht es möglich.Ich wüßte schon ein paar Tierärzte, die dort gut hinpassen würden....

Aber zurück zu meiner Katzenfamilie. Nach der Kastration habe ich mir den Unterboden meiner Mädchen mal genauer angesehen. Und das Ergebnis war erschütternd: eines hatte wohl erst kurz zuvor noch gesäugt. Ihre Jungen dürften grausam verhungert sein,. als man sie weggefangen hat...

Die  beiden Jungs wurden schon vor einem Monat zusammen vermittelt. Die Mutti und ihre beiden Töchter fangen an, hier das Leben zu genießen, seitdem ich sie nicht mehr plagen muß und mir geht es auch viel besser. Alle sind fit. Das war ein hartes Stück Arbeit. Diese Sätze hier sind schnell geschrieben und können kaum das halbe Jahr Dauerbehandlung schildern. Aber eins steht fest: ich bin so richtig unbeliebt im Katzenzimmer.....10.10.2010


FINDUS IM "KATZENKRANKENHAUS"



Das ist Findus, wenn Sie sich erinnern: aus unserem Alltag, der Findling in der Badewanne mit den vielen Flöhen ......

Er wurde gefunden, von seiner Retterin gesund gepfflegt und in der Familie weitervermittelt. Und er wird geliebt, verhätschelt, und und und. Alle Herzen hat er erobert, auch das des ehemals sehr ablehnenden Familienvaters....



Und dann kam der Tag, an dem Findus nicht mehr nach Hause kam. Und das war unglaublich schlimm. Für alle.

Spät nachts sah eine Autofahrerin einen Kater am Straßenrand liegen, der sich bewegte, aber nicht mehr aufstehen konnte. Sie hielt an, lief hin und wollte nach ihm sehen. Dann winkte sie noch zwei vorbeifahrenden Autos und hoffte, dass ihr jemand hilft. Haben die dann auch gemacht: der eine gab Gas und der andere erfasste den Kater mit seinem Wagen und schleuderte ihn viele Meter in ein großes Dickicht. Die Frau wäre auch beinahe  umgefahren worden. In den beiden Autos saßen Männer, kann ja fast nicht anders sein.....

Findus war nicht mehr auffindbar. Aber die Frau hatte einen Hund dabei. Nicht irgendeinen Hund. Einen Hund, der gerade zum Rettungshund ausgebildet wird und der dann Findus gerettet hat. Und der lebte immer noch. Einfach nicht totzukriegen.....Aber Findus wollte nicht von einem blöden Hund gerettet werden....und dann kam er auch noch  in eine Esslinger Tierklinik und dort hatte er gleich eine gaaanz gute Ärztin, die diagnostizierte gleich mal, dass er ein Mädchen ist und weder Täto noch Chip hat (hat er aber). Seine Retterin assistierte bei der Behandlung, war auch gut so, sie ist nämlich Krankenschwester von Beruf.

Dann kam Findus mit seinem Beckenbruch ins Esslinger Tierheim und seine Besitzer konnten gefunden werden. Die Tierheimärztin wollte Findus noch nicht nach Hause lassen, weil er keinen Stuhl absetzen konnte. Und dann entschied man nach 5 Tagen, ihn doch nach Hause zu schicken, weil man vermutete, dass er Heimweh hat. Und siehe da: kaum war er zuhause, lief alles wie geschmiert.....

Alle sind glücklich, am meisten Findus, obwohl er im Hasenstall sitzen muß. Er darf nämlich viele Wochen lang nicht springen, damit alles wieder gut verheilt.

Keine Ahnung, wie viele Schutzengel Findus hat, es muß aber eine ganze Legion sein und die hatten ordentlich zu tun.... Seine Retterin ist übrigens eine Bekannte seiner Familie......Und was tat sein ehemals so ablehnendes Herrchen: er schlief im Wohnzimmer hinter der Balkontür und hoffte jede Nacht, dass Findus nach Hause kommt....

Diese Geschichte ist eigentlich so ziemlich typisch. Soziologen haben übrigens das gleiche festgestellt. Sie haben mit versteckter Kamera mitleiderregende Szenen nachgestellt und mal geschaut, wer so alles helfen will. Das waren so ziemlich immer nur die Frauen..... Obwohl Männer ja durchaus zu Gefühlen fähig sind, zum Beispiel, wenn ihr Auto einen Kratzer hat.......15.09.2010


Ich gehe regelmäßig in die Stadt. So etwa alle zwei Jahre und dann suche ich Sachen, die ich eigentlich nicht brauche und zum Glück dann auch nicht finde. Und dann treffe ich Leute. Zum Beispiel Frau T. Ich habe ihr vor ca 4-5 Jahren Nelly vermittelt. Ein armes Würmchen. Wurde abgeschoben, war ca 8-10 Jahre alt und unerwünscht. Sie hatte einen umwerfenden Charme und wurde auch schnell vermittelt. Doch leider gab es schon zu Beginn Probleme: mit der Sauberkeit. War mir ehrlich gesagt sogar ein bißchen peinlich, dass "meine Katze" so was macht. Nelly wurde nochmal gründlich durchgecheckt beim Tierarzt und dann dachte ich, wäre das Problem gelöst. Ich tippte auf ein Blasenproblem. War es aber nicht.

Ich erfuhr, dass Nelly vor einem Monat eingeschläfert worden war. Sie war wohl massiv herzkrank und konnte nicht mehr. Bis dahin haben Frau T. und ihr Sohn Nellys Unart geduldig ertragen. Nelly hat das einzig Richtige getan: sie hat sich an den Sohn rangeschmissen. Ich habe selten erlebt, dass eine Katze so auf junge Menschen abfährt. Und der hat dann protestiert, als Frau T. anfing darüber nachzudenken, ob sie Nelly noch behalten möchte. Nelly hat Glück gehabt und ich habe mich für sie gefreut. Aber ein bißchen peinlich war es mir schon...Ich fühlte mich so, wie sich  meine Mutter wohl immer beim Elternabend gefühlt haben könnte......05.09.2010


Ja, ich weiß. Es war in der letzten Zeit etwas ruhig. Aber nur auf dieser HP. Wenn Sie nichts Neues von mir hören oder besser gesagt lesen, dann hatte das bis jetzt immer einen Grund: ich war s e h r mit meinen Katzen beschäftigt. Und seit einiger Zeit bin ich nicht nur mit meinen Katzen beschäftigt. Ich bin zu einer völlig neuen bahnbrechenden Erkenntnis gekommen: ich habe auch eine Gesundheit.. Das ist mir aufgefallen, als sie mir abhanden kam. Leute wie ich merken so was erst dann, wenn es nicht mehr zu leugnen ist. Das Schlimmste daran ist, dass meine Mutter leider wieder mal recht behalten hat. ....Und jetzt werde ich das tun, was ich immer mache:  weiter!!! (Sie brauchen noch nicht kondolieren, dazu ist es noch etwas zu früh, aber ein bißchen bemitleidet werden tut ganz gut.....) 12.08.2010


Es ist angekommen, das deutsche Fräulein, das bei den amerikanischen Soldaten gelandet ist..... Nein, nicht meine Großmutter.....Miss Kelly wurde sie genannt. Wie sie in die Kelly Barracks gekommen ist, wissen wir nicht. Und warum sie bei mir gelandet ist: ganz einfach. Sie hat die gleiche Tätowierungsnummer, wie eine von mir am 27.01.2006 vermittelte Katze. Sozusagen eine Duplette. Als sie mir gemeldet wurde, habe ich gleich die Besitzer meiner damaligen Vermittlung aufgemischt. Die konnten mir plausibel klarmachen, dass ihre Katze wohlbehalten auf dem Sofa schläft. Sie sieht auch ganz anders aus, das konnte ich noch meinen Aufzeichnungen entnehmen. Tatsache jedoch ist, dass Miss Kelly Hilfe braucht. Sie sieht aus wie eine Streunerin, schmutziges Fell und entzündete Ohren. Manche Katzen lassen sich schon was einfallen, um hier zu landen.... Das kalte Wetter war ihr Glück. Man erbarmte sich und sorgte für ihre Evakuierung. Und ich werde für ihre neue Heimat sorgen. So wahr ich hier sitze.....02.01.2010

Manche Menschen könnte man fast schon wieder bewundern. Einfach genial, wie sie ihren Weg gehen. Konsequent auf ihren Vorteil bedacht und das auch noch richtig gut verpackt. Ich ahnte schon Schlimmes, als mir Frau Sch. auf den AB flennt. Eine gepflegte Dame, gutsituiert, gebildet, ein elitäres Erscheinungsbild, sehr von sich überzeugt und was an der Waffel. Kater Linus ist gestorben. Ja, traurig. Und jetzt will sie wohl einen Neuen. Und das finde ich auch traurig. Ich hatte nämlich noch nie eine Katze, die Frau Sch. hätte gefallen können. Linus hat nämlich immer auf Knopfdruck funktioniert, ich glaube, es hätte ihm das Leben gekostet, wenn er am Sofa gekratzt hätte. Und nachts und bei Abwesenheit seiner Besitzerin wurde er in der Küche eingesperrt, damit er die Wohnung nicht versaut. Hat er aber nicht. Der hat noch nicht einmal falsch geschnauft. Bei so viel Wohlverhalten ist Frau Sch. durchaus eine gute Katzenhalterin. Die Katze ist für sie ein emotionales Nutztier, dazu da, um ihr die Einsamkeit zu erleichtern. Nur Katze sein, das darf sie nicht. Und jetzt hat sich Frau Sch. in den Kopf gesetzt, von mir eine Katze bekommen zu müssen. Ich reagiere nicht und werde nach einigen Tagen sogar im Büro angerufen. Sie hat keine Mühen gescheut, um meine neue Büronummer herauszufinden. Denn jetzt hat sie nämlich schon die erste Enttäuschung hinter sich und will ausgerechnet von mir getröstet werden. Sie hat sich eine Katze von einem Verein geholt. Natürlich nur eine hübsche. Und die hat einmal neben ihre Toilette gemacht und schon ist sie rausgeflogen. Und da bestand der Verdacht, dass sie was an der Blase haben könnte. Völlig indiskutabel für Frau Sch. Sie überhört meine subtilen Signale und meine diplomatischen Hinweise. Wir hätten es dabei belassen können, aber wenn die Diplomatie versagt, dann sind gründlichere Methoden nötig....Nur so viel: ich habe Grund zur Hoffnung, künftig in Ruhe gelassen zu werden....12.12.09

Der Mensch besteht etwa zu 70% aus Wasser und ich glaube, der Rest sind Hormone. Und ich glaube auch, dass sich dieses Verhältnis in manchen Lebenslagen sehr zugunsten der Hormone verschiebt. Und dann manchmal eben auch zu ungunsten der Tiere. Immer wieder erlebe ich, wie sich die neuen Partner von Tierhaltern bei mir melden, die ihren neuen Partnern gerne bei der WEG-vermittlung deren Haustiere behilflich sein wollen. Sehr gefällig. Denn schließlich beginne nun ein neuer Lebensabschnitt, man wolle auf Teneriffa in einem Ferienhaus leben und viel Reisen. Wie der Herr, der mich letzte Woche anrief. Er wollte den Weg für sich uns seine neue Lebensgefährtin ebnen. Nur die Katzen waren noch im Weg. Da stand er also in den Startlöchern, der alte brünftige Hirsch und wollte so schnell wie möglich losgaloppieren. Natürlich ohne Katzen. Glauben Sie, dass Jemand, der seine Tiere ohne weiteres im Stich lässt, ein Mensch ist, auf den man bauen sollte? Oder sollte man auf einen Menschen bauen, der verlangt, seine Tiere im Stich zu lassen? Aber die Forschung hat es belegt: im Liebesrausch arbeiten nicht mehr alle Hirnareale. Und der Charakter wohl auch nicht mehr so ganz.....09.12.2009


Peter (Name von der Redaktion geändert) habe ich schon im Jahr 1987 (?) kennengelernt. Damals war gerade seine Tante, bei der er aufgewachsen war, gestorben. Selbstverständlich hat er dann ihre Katze übernommen und sie bis zu deren Tod gut versorgt. Dann habe ich ihm Kater Felix vermittelt, ich glaube, das war 1990 und eine meiner ersten Vermittlungen überhaupt. Kater Felix hatte ein gutes Leben und ich hatte immer mal wieder sporadisch Kontakt mit Peter. Felix starb im Jahr 2000 und ich vermittelte ihm dann zwei Perserkatzen, ich glaube, die hat damals ein Zuhälter abgegeben, ich glaube aus finanziellen Gründen....

Peter war immer ein ruhiger, freundlicher und angenehmer Mensch und seine Katzen haben nie was bei ihm vermisst. Sie haben ihm Freunde, Familie und Partnerschaft ersetzt, sofern das überhaupt möglich ist. Und im Laufe der Jahre haben wir uns etwas aus den Augen verloren, aber in den letzten Jahren nahm ich ein latentes Alkoholproblem  wahr und machte mir Sorgen. Aber den Katzen ging es immer gut. Dann vor einer Woche der Anruf: Peter bekam die Wohnungskündigung. Er lebt inzwischen von Hartz IV, hat alkoholbedingt sein Gewerbe verloren und die Wohnungskündigung hat er auch bekommen. Er bittet mich, die Katzen abzuholen.

Er weiß, dass ich immer für meine Katzen da bin. Und ich zolle ihm Respekt für diesen Schritt. Ich trete nicht auf Menschen, die schon auf dem Boden liegen. Die Katzen sind, als ich sie abhole, in wirlich gutem Zustand, trotz ihres pflegeintensiven Fells und ihres höheren Alters. Was man von Peter allerdings nicht sagen kann. Der Gestank aus der Wohnung roch eindeutig nicht nach Katze, sondern nach Peter. Nach ungewaschen, ungelüftet und Verfall. Peter selbst sieht aus wie ein Penner...Eine Bierflasche in die Hand und er würde unter jeder Brücke ein entsprechendes Bild abgeben und er ist auch nicht mehr weit davon entfernt.

Besonders ärgert mich, dass mir nun fast täglich seine neugierigen Vermieter auf Band sprechen. Sie haben mitbekommen, dass ich die Katzen geholt haben könnte und wollen bestätigt bekommen, dass die Tiere niemals mehr zu ihm zurückkommen. Ich weiß gar nicht genau, was mich daran so ärgert. Vielleicht, weil es ihnen sowieso nicht um die Tiere geht, sondern nur um ihre Wohnung. Ich sehe mich allerdings nichts als Erfüllungsgehilfin für Vermieter. Peter denkt, ich gebe ihm die Tiere irgendwann mal wieder zurück, wenn er mal eine neue Wohnung haben sollte. Werde ich aber nicht. Denn wenn ich eine Interessenabwägung machen muß, dann doch eindeutig zugunsten der Tiere, die sich nun wirklich nichts selbst ausgesucht haben. Bei aller Sympathie, aber Tiere haben hier Vorfahrt!!! Sie sind die Hilflosesten in der ganzen Hierarchie. 20.11.2009


Erst ist es nur ein komisches Gefühl. Ich spüre, dass was nicht in Ordnung ist und verarzte sie, eine jüngere, gerade bei mir abgegebene Katze. Und sie fällt in einen akuten Schockzustand, völlig ungewöhnlich. Beim Notdienst wird sie wieder flott gemacht, Schockbehandlungen schlagen sehr schnell an. Tut man`s nicht, wird das Tier vermutlich sterben. Ganz einfach. Sie ist sofort wieder fit. Aber der Wermutstropfen bleibt. Ein gesundes normales Tier reagiert nicht so. Und sie ist auch nicht gesund. Seitdem frißt sie nichts mehr und kann auch nichts mehr bei sich behalten. Mein Gefühl wird immer komischer. Und dann, am 3. Tag dann die Gewissheit. Wir haben verloren. Sie kann nicht mehr stehen, geschweige denn laufen und hat am ganzen Körper entsetzliche Schmerzen. Es gibt nur noch eine einzige Möglichkeit ihr zu helfen....... Ultima ratio......Hinterher fühle ich mich immer wie ausgekotzt, einfach beschissen eben.... Und es wird mir so manches klar. Warum geben Leute eine junge, gerade angeschaffte Katze ab, die sie vor 3-4 Wochen erst kastrieren ließen, ohne besondere Begründung? Genau: sie haben wohl gemerkt, das was nicht in Ordnung ist. Das war wohl kein Bund für`s Leben. Und auch keine Treue bis in den Tod. Die schäbigste Spezies ist der Mensch und die Natur bräuchte ihn nicht einmal. 17.11.2009


Ich wundere mich selbst und ich freue mich auch: es funktioniert. Einfach wie von selbst. Keine Ahnung warum, aber es funktioniert. Noch nie mußte ich mir Sorgen machen, dass mir mal das Geld und das Futter für meine Katzen ausgeht. Es kommt Hilfe aus vielen Richtungen. Kürzlich kam ich nach Hause und kam gar nicht mehr zur Tür rein. Zwei Tage brauchte ich, bis ich alle Trockenfutterpackungen, die mir Jemand als Spende vor die Tür legte, logistisch bewältigt habe. Es kommen Leute, die ich gar nicht kenne und spenden Futter und Streu oder beteiligen sich an den Tierarztkosten. Das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Vielen Dank an ALLE, auch im Namen meiner Katzen (zur Zeit 14 Pfleglinge) 10.11.2009

Sie haben es geschafft. Das Schlimmste liegt hinter ihnen. Und Glück hatten sie auch. Tierschutzmäßig ist Spanien ein furchtbares Land. Und deshalb mag ich es auch nicht. (Ja, Herr Friesch, das ist eine feindliche Äußerung!") Sie haben sicherlich schon eine KZ-Gedenkstätte besucht, zum Beispiel in Dachau. In Spanien (und auch in vielen anderen Ländern) können Sie Tiertötungsanlagen besichtigen. Nichts anderes wie ein KZ für Tiere, das letztendlich deren Vernichtung dient. Unsere spanischen Nachbarn sind auch sehr sportlich, zum Beispiel lieben sie Stierkämpfe.  Nichts anderes wie die römischen Gladiatoren-Kämpfe im alten Rom, nur sind die Hauptdarsteller keine Menschen mehr, aber die Veranstalter und die, die sich daran aufgeilen.

Unsere Kätzchen jedenfalls hatten Glück. Sie wurden nicht umgebracht sondern nur in der "Wildnis" Frau Czapek vor die Türe geworfen. Das ist für spanische Verhältnisse fast schon nett. 30.10.2009


WAS IST DAS??? 



Das ist Findus einen Tag nach seiner Rettung von der Straße. Er wird gebadet. Und das Wasser ist rot!! Vom Flohkot!! Also eigentlich kein Kater mit Flöhen, sondern Flöhe mit Kater. Frau Kühn ging ganz entgegen ihrer Gewohnheit abends zum Briefkasten und auf der Straße wurde sie schon erwartet...... Sie war wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort



Schon besser. Findus ist inzwischen gesundgepflegt, aufgepäppelt und im Familienkreis vermittelt. Er hatte Glück. Die extreme Flohkonzentration läßt mich vermuten, dass er aus einem Haushalt kommt.  Die meisten Flöhe leben nicht auf dem Tier, sondern in dessen Umgebung. Ich glaube auch, dass sich im Freien keine derart heftigen Flohkonzentrationen bilden können. Deshalb vermuteten wir sehr, dass er aus einem stark verwahrlosten Haushalt kommen muß. Findus wurde in unmittelbarer Nähe zu einem Katzenmessiehaus gefunden. Er könnte dort entwischt sein. Wir haben das Ordnungsamt gebeten, dort eine Kontrolle zu machen. Man hat uns zugesagt,  nach dem Rechten zu sehen. 20.09.2009


All die Jahre mußte ich immer wieder an ihn denken. Aber ich habe ihn längst aus den Augen vorloren, nachdem meine Aufgabe vollbracht war. Rocky hieß er. Das erste Mal hörte ich im Jahr 2000 von ihm. Er würde Tag und Nacht schreien. Mit seiner Gefährtin mußte er überwiegend auf dem Balkon leben. Dort gab es zwar einen Schrank mit einer runden Öffnung, aber bei klirrender Kälte ist auch das nicht wirklich gemütlich. Zunächst gelang es uns natürlich nicht, ihn seinen Besitzern abzuschwatzen. Und so manche Winternacht lag ich nachts in meinem Bett und mußte an die Katzen denken, die auf dem kalten Balkon saßen und jammerten. Eine Anzeige brachte keinen Erfolg. Leider. Aber dann zogen seine Leute  um und wollen die Beiden loswerden. Und so hatte ich doch noch die Chance, ihm zu helfen. Er wurde vermittelt und ich widmete mich anderen Aufgaben. Und dann kam ein Anruf einer entfernten Tierklinik. Rocky wurde dort eingeliefert, retten konnte man ihn leider nicht mehr. Er wurde von einem Hund gejagt und lief vor ein Auto. Ansonsten machte er aber einen guten Eindruck, es schien ihm bis dato gutgegangen zu sein. 15.09.2009


60 Tage können verdammt lang sein, vor allem wenn man am Anfang noch gar nicht weiß, wie lange es wirklich dauert und ob es auch erfolgreich ist.... ich meine das "Gesundpflegen" von Benny. Der arme Kerl müßte jetzt eigentlich "Ratiopharm" heißen und vielleicht leuchtet er auch im Dunkeln. Auf jeden Fall hat er so ziemlich alles verpasst bekommen, was die moderne Tiermedizin so  zu bieten hat. Das habe ich ihm jeden Tag mit viel List und Tücke ins Futter gemogelt, dabei kam mir sein fast unbesiegbarer Appetit zur Hilfe. Irgendwann stellte sich heraus, dass er eine heftig verschleppte Halsentzündung hatte, die auf normale Medikamente gar nicht mehr ansprach. Und als sie es dann doch tat, konnten wir uns seine auffälligen Atemgeräusche nicht erklären. Und schließlich wurde er als ultima ratio in Narkose gelegt und alle seine Nebenhöhlen, Rachenräume etc. wurden eingehendst untersucht. Die lange verschleppte Halsentzündung hat Gewebewucherungen hinterlassen, diese segeln quasi in der Atemluft und erzeugen Atemgeräusche, die an eine Erkältung erinnern, aber nun wohl völlig harmlos sind. Macht nichts. Das wäre der erste Mann, der nicht schnarcht.....

Benny taut langsam auf, verschenkt sein Herz an mich, trotz der überstandenen Roßkur  (viel Auswahl hat er ja nicht) und macht mir sehr viel Freude. Ein prächtiges und inzwischen auch gesundes Katerchen und Langzeitprojekt.... 18.07.2009


Es reichen nur einige Millisekunden und mein Adrenalinspiegel schnellt in die Höhe, wenn ich wieder mal eine E-Mail öffne, wenn mich Leute, die ich gar nicht kenne anschreiben  mit "liebe Frau Kalchert", dann lese ich noch das Wort "Allergie"und "neuer Partner" und Katzen müssen weg, dann bekomme ich fast selbst noch die Krätze. Sie glauben gar nicht, wie stilvoll und wortgewandt man erklären kann, dass man "schweren Herzens" die Katzen abgeben muß. Eine stilvolle Umschreibung der eigenen Charakterlosigkeit. Die Katzen , die sie sich als Single angeschafft haben, um sich die Einsamkeit vielleicht etwas zu erleichtern oder aus welchen Gründen auch immer. Diese Art von "Allergie" nimmt rapide zu und meistens sind Männer davon befallen. Und Frauen, die dann ihre Katzen für sie "opfern". Komisch, oder?  Dieses Rollenverhalten kommt mir bekannt vor, nicht nur aus der Tierhaltung... Einziger gehässiger Trost für mich, dass sich erst noch rausstellen wird, ob sie da auf das richtige Pferd gesetzt haben......

Oder kürzlich wurde ich gebeten, einen 4-jährigen UNkastrierten Kater zu vermitteln. Meine Frage, welche guten Gründe es wohl gibt, einen Kater so lange nicht kastrieren zu lassen blieb bis jetzt unbeantwortet. Was glaubt diese Person eigentlich, wie viele Leute es gibt, die einen solchen Kater zu sich nehmen, der noch eine ganze Weile wie ein Bock stinkt, selbst wenn er sofort kastriert wird. Damit hat sie ihm wirklich ein Stück Perspektive verbaut. Aber sie hätten mal lesen sollen, wie schwer ihr dieser Schritt fällt.......und wie sehr sie ihn liebt..... Aber Liebe hat eben auch ihre Grenzen.....09.07.2009


Ich hätte diese blöde Kuh umbringen können und das habe ich ihr auch gesagt, als sie so vor mir stand mit ihrem Kopftuch, gekleidet in einem schwarzen Sack mit einem unaussprechlichen Namen (mindestens mit drei "Y") und den Kater brachte, an der Leine!!!!! Ein junger verstörter Kater, ein Jahr alt, völlig durch den Wind und stinkend wie ein Bock (klar, unkastriert eben). Ja, die Wohnung sei so klein, das hat man natürlich ein Jahr zuvor nicht wissen können, als man ihn angeschafft hat. Und unsere ausländischen Mitbürger haben sich über die Vorzüge der Kastration auch noch nicht informiert, oder sie geben einfach kein Geld dafür aus. Auf jeden Fall habe ich noch nie ein Kopftuch so schnell rennen sehen, als ich ihr den Kater entrissen habe, die blöde Nuß.   06.07.2009


Ehrlich gesagt, ich mag die Anufe nicht, die mich erreichen, wenn ich im Büro mit meinen Akten kämpfe. Sie verhageln mir den restlichen Tag und manchmal auch noch viele andere: ein Anrufer erklärt, vom Tierheim geschickt worden zu sein. Glaube ich ihm sofort, denn ich höre im Hintergrund Hundegebell. Er sei im Auftrag seiner Nachbarin unterwegs und wolle deren Katze abgeben. Diese sei unsauber geworden und dass sei für Frau P. unakzeptabel. Man denke einfach mal an das schöne Parkett. Und so langsam dämmerte es mir. Frau P. hat auch bei mir angerufen vor einigen Wochen. Ich habe länger mit ihr geredet und mein Bauch sagte nein. Ich habe ihr keine Katze gegeben. Dann hat sie halt woanders eine  bekommen. Ein uraltes Modell sogar, aus einem Nachlaß.

Mir fiel sofort auf, dass sie unglaublich schwer atmete. Zunächst tippte ich auf eine Infektion, aber das war es leider nicht. Sie hatte schweres Asthma, permanente massive Sauerstoffnot, ein qualvoller Zustand, wenn man nur noch mit Atmen beschäftigt ist und nie genug Luft bekommt. Das war wohl auch der Grund für die unglaubliche Schwäche dieses Tieres. Sie war zu schwach, um ohne Hilfe aus der Badewanne rauszuklettern, in die sehr gerne reingeklettert ist. Sie blieb dann einfach drin liegen und  hatte einfach keine Kraft mehr, die Toilette aufzusuchen. Also wurde sie von ihren Besitzern entsorgt. Ich habe darum gebeten auszurichten, wenn Frau P. inkontinent würde, solle sie auch damit rechnen, ins Altenheim abgeschoben zu werden..... Die Katze jedenfalls sprach nicht mehr auf Medikamente an. Wenn Asthma zu lange nicht behandelt wird, ist es irgendwann nicht mehr behandelbar und so blieb mir keine andere Wahl, als ihre Leiden zu beenden........Der Tierarzt tippte übrigens darauf, dass sie ursprünglich aus einem Raucherhaushalt stammen könnte.......06.06.2009


Es war schon ziemlich spät, vor etwa 6 Wochen und ich wollte eigentlich nicht mehr ans Telefon gehen. Eine Fundkatze, sehr schwach und entsetzlich abgemagert. Und so kam sie noch in der gleichen Nacht: Twiggy habe ich sie genannt, eine junge erwachsene Katze, wog gerade noch 900 Gramm, zu schwach zum Laufen, geschweige denn sich zu putzen, zum Glück gesund,  das war verdammt knapp....... In nächsten Tagen habe ich ihr etwa 20 Zecken aus dem Fell entfernt und sämtliche Knoten rausgeschnitten. Alles andere macht die Natur. Geduld und gut füttern. So allmählich kommt sie zu Kräften, immerhin wiegt sie jetzt 2500 Gramm und demnächst werde ich sie in ein besseres Leben entlassen.....01.06.2009


Ein verzweifelter Anruf. Frau Sch. war soeben zwangsgeräumt worden und suchte einen Pflegeplatz für ihren Kater bis die neue Wohnung bezogen werden konnte. Es drehte sich nur um wenige Tage. Abends wollte sie ihn holen, der saß wohl noch im Garten und konnte nicht mehr in die Wohnung. Aber Frau Sch. kam nicht. Am nächsten Vormittag (!!!) dann der Anruf, sie hätte ihren Kater die ganze Nacht gesucht und endlich gefunden und konnte ihn nun  bringen. Leider war ich erst abends zuhause und die arme Frau mußte sich den ganzen Tag mit ihrem Kater irgendwo die Zeit vertreiben.  Der Kater zog bei mir ein und seine Besitzerin konnte bei Kolleginnen schlafen, sie hat wohl nur so viel gerettet, wie manche Menschen nach der Vertreibung aus Ostpreußen.....

Heute habe ich ihr den Kater in ihre neue Wohnung gebracht. Dann haben wir noch unseren Flohmarktvorrat geplündert und sie mit Geschirr, Katzenklo, Bettwäsche versorgt. Frau M. war bei mir zum Katzenkennenlernen. Sie bekam die ganze Misere mit uns hatte ein Bett zu verschenken. Charlotte, unsere Flohmarktchefin kennt gerade eine Haushaltsauflösung...... Und so konnten wir ein bißchen  der größten Not lindern....... Und wir wünschen den Beiden bei ihrem Neustart viel Glück......      10.04.2009


Vor einigen Tagen traf ich Frau G. wieder. Letztes Jahr habe ich sie kennengelernt, als sie sich gerade in einer Trennungssituation befand. Sie teilte sich noch mit ihrem Ehemann die Wohnung, war aber gerade dabei, sich zu verabschieden...... Das hat sie inzwischen getan. Als ich sie jetzt wiedertraf war aus der früher so selbstbewußten und fröhlichen jungen Frau eine nervöse und sorgenvolle Person geworden. Ihren Hund und ihre Katze würde sie um nichts auf der Welt hergeben und das wußte ihr Ehemann. Er brachte ihre Katze (an den Hund hat er sich wohl nicht getraut) ins Tierheim und behauptete, es sei ein Fundtier. Die Katze war schon an eine neue Besitzerin vermittelt worden, als Frau G. herausgefunden hat, dass sie im Tierheim abgegeben worden ist. Sie nahm mit der neuen Besitzerin Kontakt auf und hat fast ein halbes Jahr darum gebettelt, die Katze wieder zu bekommen. Das war für beide Frauen eine Tragödie. Schließlich ließ sich die Dame erweichen und gab die Katze zurück.

Ich finde, sowas sollte nicht ungestraft bleiben und so habe ich Frau G. dazu angestiftet, sich bitter zu rächen. Zuerst kommt eine Anzeige wegen dieser Sache bei der Polizei. Ich glaube zwar nicht, dass sich das Ausländeramt für die Sache mit der Katze interessiert, aber es gibt andere Sachen, die sollte ein Ausländeramt nicht wissen, wenn man als Ausländer ungestört in Deutschland leben möchte........21.02.2009


Wissen Sie, was für mich seit Neuestem das schönste Geräusch auf der Welt ist: ein kleiner Kater, der sich schmatzend seinem Futter widmet. Eine Katze mit Appetit. Eigentlich nichts Besonderes. Zumindest dann nicht, wenn sie gesund ist. Aber es ist nun mal nicht jede gesund und von den angeblich sieben Leben, die eine Katze haben soll, habe ich auch nichts gemerkt, als ich den kleinen Kerl aufgepäppelt habe. Bis heute weiß ich nicht, welcher Virus ihn erwischt hat. Aber es gibt genug davon und es fliegen immer irgendwelche rum und hauen den kleinsten Kater um.

Es begann mit enormen Speicheln und Inappetenz. Bei starken Halsschmerzen und mit Fieber hat man eben keine Lust mehr auf sein Futter. Und so mußte ich dem armen Kerl täglich die komplette Keule der Tiermedizin verpassen: Antibiotika, Kortison zum Appetitanregen, Fiebersenkungsmittel, Schmerzmittel, Immunstärkungsmittel. Und immer wieder Tierarztbesuche. In solchen Situationen lernen Sie Ihren Tierarzt kennen und hoffentlich wie ich,  Gott sei Dank auch sehr schätzen. In schlechten Zeiten lernt man seine Mitmenschen besser kennen wie in Guten!!

Das Zwangsernähren konnte ich dem kleinen Patienten und mir leider nicht ersparen. Eine ganze Woche. Anfangs hat er sich mit Leibeskräften gewehrt. Es war ein Kampf gegen ihn und um sein Leben. Irgendwann mal hatte er gar keine Kraft mehr und hat sich willenlos ergeben, schon ziemlich dehydriert. Sein Nackenfell blieb stehen, wenn ich ihn losgelassen habe. Es war ein Kampf um jeden Milliliter Wasser und Brei, der in ihm bleibt. Putzen konnte er sich auch nicht mehr. Ich habe ihn mit einem feuchten Waschlappen abgerubbelt und danach trockenfrottiert. Anschließend gab es Dampfbäder mit Babyinhalat. Ich habe ihn in einen Transportkorb gesteckt, davor eine Schüssel mit heißem Wasser und Inhalat und ein großes Badetuch darüber.  Ich traute mich schon gar nicht mehr, zu ihm zu gehen, weil ich Angst hatte, vor dem, was ich sehen könnte.... Die Heizung habe ich aufgedreht bis zum Anschlag.... Und dann konnte ich nur noch auf die Natur vertrauen und  hoffen, dass er es schafft.

Und dann eines Morgens: fröhliches Katerschmatzen. Das war wie wenn die Engel singen. Und irgenwann habe ich gemerkt, wie erschöpft ich bin. Körperlich und psychisch.

Nein, er mag mich nicht besonders. Kann man ja auch verstehen, nachdem, wie ich ihn gefoltert habe. ABER ER LEBT !!!         29.01.2009


Letzte Woche war ich auf dem Friedhof. Nein, keine Beerdigung. Frau Sch. bat mich um Hilfe. Ihr war seit einigen Tagen ein völlig ausgehungerter Kater aufgefallen, der sie massiv um Futter angebettelt hat. Er würde sie jeden Nachmittag pünktlich erwarten. Also machte ich mich auf dem Weg. Nach fast zwei Stunden ist er aufgetaucht, als ich fast schon aufgeben wollte. Er inhalierte das angebotene Futter wie ein Staubsauger und ich war mir dann einigermaßen sicher, dass es ein herrenloses Tier sein muß. Unkastriert ist er auch, also gleich einpacken. Das war zum Glück nicht schwierig. Einfach am Genick und dann ab in die Kiste... Wieder einmal typisch: ein junger erwachsener unkastrierter Kater, natürlich nicht tätowiert. Ich glaube auch nicht, dass er sich auf die Kastration freut, aber wir freuen uns wieder auf bessere Luft....    24.12.2008





Es konnte ja nicht ausbleiben. Ein Anruf, Herr Z. möchte für seinen kleinen Bruder ein kleines Kätzchen als Weihnachtsgeschenk. Um mir zu imponieren hat er auch gleich erzählt, dass die Familie schon mal eines gehabt hätte. Aber das hätte man dann weggegeben, weil es am Sofa gekratzt hat. Im weiteren Gesprächsverlauf spürte ich keinerlei Hemmungen mehr..... Herr Z. lässt nicht locker.... Er rief wieder von seiner Festnetznummer an, aber ich habe nicht abgenommen. Dann rief er gerade eben von seinem Handy an und sagte einen anderen Namen.... "...es wäre so schwer, eine kleine Katze zu finden"..... hoffentlich bleibt das auch so.... 21.12.2008


In Memoriam: Felix

 DAS WAR FELIX

Es war am 08.11.2007, als mich Herr E. anrief, seines Zeichens Berufsbetreuer und, wie man meinen sollte, seriös und integer.  Dachte ich zumindest. Er war sehr nett. Klar, er wollte ja auch was. Er wollte Kater Felix unterbringen, am Besten sofort, jetzt auf der Stelle, da seine Besitzerin Frau H., eine Betreute von Herrn E. am Vormittag zwangsgeräumt wurde und in die Psychiatrie kam. Kater Felix stand auf der Straße.


Mit Freuden brachte mir Herr E den armen Felix ins Haus. Wir vereinbarten einen geringen Unkostenobulus, sozusagen einen Sozialtarif. Und dann hörte ich nichts mehr von Herrn E. Nichts mehr, wirklich nichts mehr. Das Problem schien für ihn gelöst. Praktisch. Nur komisch, dass er die Futterkosten von Felix nicht bezahlen wollte. Die E-Mails hat er einfach nicht bekommen. Könnte am Server des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes liegen. Dort arbeitet Herr E nämlich. Er wurde vom Vormundschaftsgericht zum Betreuer von Frau H. bestellt. Irgendwann rief ich Herrn E. an und fragte ihn, was er sich denn jetzt so für Felix vorstellt. Ich habe ihm die klare Frage gestellt, ob Felix nun vermittelt werden soll, oder ob er zurück zu Frau H. gegeben werden soll, die mittlerweile im elterlichen Haus untergekommen ist. Er sagte: "ich würde sagen, vermitteln Sie ihn---" Und das tat ich dann auch, genaugenommen drei Wochen später.


Diese Vermittlung war eine kleine Sensation. Ein mindestens 15 jähriger Kater, ein wirklicher Senior bekommt noch einmal einen Traumplatz. Ein Platz, wo er geliebt wird, wo er nichts entbehrt, egal wie alt er ist.


Diese Information ließ ich dann auch Herrn E. zukommen. Doch er konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, der Vermittlung zugestimmt zu haben. Genaugenommen forderte er den Kater zurück. Frau H. sei inzwischen wieder so weit hergestellt, dass sie den Kater zurückbekommen könne. Nun fing Herr E. an das zu tun, was ich bis dato so sehr vermisste: er kümmerte sich um die Sache. Genaugenommen schrieb er mir einen recht offiziellen Brief, forderte den Kater zurück und drohte mir rechtliche Schritte an. Ich dachte nur sehr kurz nach. Ich dachte nämlich an Felix und wie gut es ihm jetzt ging. Dort würde ich ihn auf gar keinen Fall wieder rausreißen und einer ungewissen Zukunft überlassen. Ich beschloß, die Sache durchzustehen und alle Opfer auf mich zu nehmen. Ich konnte zwar nicht beweisen, dass Herr E. der Vermittlung zugestimmt hat, aber er konnte auch nicht beweisen, es nicht gesagt zu haben. Ich habe ihm auch noch in Aussicht gestellt, das Vormundschaftsgericht und seinen Arbeitgeber über seine Arbeitsweise zu informieren. Dann hörte ich nichts mehr von Herrn E. Wäre ich vor Gericht gezerrt worden, hätte ich angegeben, dass der Kater inzwischen altershalber gestorben wäre. Aber das war dann ja zum Glück nicht nötig.

Kater Felix ist seit 17.12.2008 in den ewigen Jagdgründen. Seiner neuen Besitzerin habe ich nie gesagt, welches Damoklesschwert über dem Kater schwebte. Sie sollte die Zeit mit ihm sorgenfrei genießen.

In all den Jahren war es bislang noch nie nötig gewesen, eine Katzenbetreuung vertraglich zu regeln. Bis jetzt hatte ich nur mit zuverlässigen Personen zu tun. Künftig werde ich alles, wirklich alles schriftlich und vertraglich regeln. Zu dieser Erkenntnis hat mir ein gesetzlich bestellter Betreuer, eine "Vertrauensperson" verholfen....... 20.12.2008




Emilia mein großer Sonnenschein



Es sind die kleinen Dinge, die unser Leben schön machen. Ein großer Schritt für eine kleine Katze. Emilia kam schon vor einigen Monaten zu mir. Wir haben sie als landschaftliches Nebenprodukt bei einem Offenstall eingefangen. Ihre Gefährten sind längst vermittelt. Sie ist noch da, Hauptgrund dafür dürfte Ihre Ängstlichkeit sein. Ich hätte Emilia eigentlich damals wieder zurückgeben sollen nach der Kastration. Aber sie gehörte ja eigentlich niemanden. Niemanden, der sich wirklich um sie gekümmert hätte, niemandem, der ihr ein Zuhause gegeben hätte. Das Einzige: sie war eben gerne in diesem Stall gesehen. Aber das war auch schon alles. So habe ich sie behalten und hatte auch viele heftige Diskussionen deswegen. Mit List und Tücke habe ich sie da "weggelogen". Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, vor allem seit ich weiß, dass beim Bauernhof nebenan seit August 20 Katzen verschwunden sind!!!!  Über die Gründe will ich gar nicht nachdenken.... Emilia lebt seit Monaten bei mir, mit meinen Katzen und hat sich enorm gut eingelebt. Sie ist  eine tolle Wohnungskatze, ein rundum angenehmes Tier. Und wir haben ein Ritual:  in der Küche bekommt sie jeden Morgen etwas Milch zum Naschen, wenn ich mir meinen Kaffee mache.... Da hat sie schon mal für ein paar Sekunden vergessen können, dass sie Angst vor meinen Händen hat.... Und jetzt ist der Groschen gefallen: wir haben geschmust. So heftig, dass sie gar nicht mehr aufhören will. Ich kann nicht mehr arbeiten, wenn sie schmusen will. Aber nur in der Küche!!! Woanders sind wir immer noch "per Sie" !!

Ich kann kaum ausdrücken, welche Freude mir diese kleine Katze macht. Diese Freude werden all diejenigen niemals erleben, die von Anfang an eine gut funktionierende Katze wollen... Für die Landwirtschaft ist die Katze ein Nutztier zum Mäusefangen, für den modernen Stadtmenschen ist die Katze ein emotionales Nutztier. Und wenn sie nicht schmust, ist sie "wertlos".......... für die Meisten jedenfalls..... Aber jetzt muß ich aufhören. Ich werde in der Küche erwartet.......16.12.2008


















Und dann waren da noch diese vier hier oben im Bild. Die Leute nehmen es eben mit der Mülltrennung nicht so ernst. Dieses Quartett wurde aus einem Mülleimer gerettet und von Hand aufgezogen.  Zum Glück waren sie noch schneller vermittelt, als wir sie hier einstellen konnten.


Ach ja, bevor ich es vergesse: wir hatten Besuch, von Frau K. Frau K. hat ganz genaue Vorstellungen von einer neuen Zweitkatze. Sie weiß auch, wie man herausfindet, ob eine Katze zur bereis vorhanden, zuhause befindlichen Katze paßt: es liegt an der energetischen Balance. Und das merkt man daran, ob die Katze einem sofort, quasi auf Knopfdruck, auf den Schoß springt. Hierzu stürmt man ein Katzenzimmer, gibt den Probanden genau 120, höchstens jedoch 180 Sekunden Zeit. Unsere Katzen waren an diesem Tag energetisch nicht richtig drauf und Frau K. brach das Speed-Dating nach 5 Minuten ab. Als sie uns verließ, war unser energetisches Gleichgewicht gleich wieder im Lot.... Dann wünschen wir ihr mal viel Glück (ich glaube, Frau K. ist Single, komisch eigentlich.......). 11.12.2008





Letzte Woche lernte ich Amadeus kennen, ein wunderschöner stattlicher Heiliger Birmakater auf Hochzeitsreise. Jedenfalls schien er in Richtung Altstadt unterwegs zu sein. Normalerweise bemühe ich mich nicht erheblich, die Besitzer unkastrierter potenter Kater ausfindig zu machen. Zum einen ist dies kaum möglich, da die Kater sehr weit laufen und in der Regel nicht gekennzeichnet sind. Zum anderen ärgert es mich, dass wir vom Tierschutz immer wieder Arbeit bekommen, weil die Leute ihre unkastrierten Kater auf die Walz gehen lassen, die dann irgendwann als Streuner bei uns landen. Die Besitzerin von Amadeus suchte ihren Kater intensiv und so hielt ich sie für "würdig", den Kater zurückzuerhalten. Sie mußte mir bei allem, was ihr heilig war, versprechen, ihn kastrieren zu lassen. Damit sie das auch wirklich tut, habe ich auch mächtig übertrieben. Ich habe ihr erzählt, dass wir den Kater weit entfernt in Autobahnnähe aufgegriffen hätten. Sie war aufrichtig erschrocken und eilte stehenden Fusses mit ihrem Kater zum Tierarzt. Das war dann wohl die letzte Hochzeitsreise von Amadeus....12.12.2008
P.S. meine Nachforschungen haben ergegen, dass Amadeus tatsächlich kastriert wurde....03.01.2009




Gerade war ich eingeladen, bei Ehepaar X. Dort lebt unter anderem auch Kater Y. Nein, ich kann hier nicht einmal seinen richtigen Namen schreiben, denn er ist bzw. war in seinem Stadtteil sehr "prominent". Schließlich lebte er 15 Jahre immer auf der Straße, immer am gleichen Fleck. Nicht, dass er keine Heimat gehabt hätte. Aber er durfte einfach nicht ins Haus. Und die Gegend: genau an einer Hauptstraße, alles große Häuser, überwiegend ohne Garten, sehr städtisch eben. Bei Wind und Wetter, Regen oder Schnee. Kater Y. saß immer auf der Straße. Und irgenwann kam Frau X und hat einen Job als Zeitungsausträgerin aufgenommen. Natürlich hat es sie sehr belastet, jeden Tag das gleiche Bild: ein uralter Kater, der sie jedes Mal humpelnd und zitternd mit Triefaugen begrüsst hat. Er sah erbärmlicher aus wie viele Streuner, die ich bislang kennengelernt habe.


Es dauert immer eine Weile, bis ein Entschluß reift, aber er ist gereift. Von Woche zu Woche wurde er stärker und schließlich war es nur noch eine Frage des richtigen Zeitpunktes.... Und der kam auch, denn Kater Y. ist ihr eines Tages einfach hinterhergelaufen viele viele hundert Meter.... so weit, bis es nicht mehr riskant war, ihn einfach einzustecken..... Und jetzt liegt Kater Y. unter der Heizung auf seinem komfortablen Katzenkissen und genießt sein Leben. Er läuft sehr schwerfällig. Vermutlich hatte er irgendwann mal einen Unfall oder Rheuma. Die Augen tränen immer noch ein wenig, aber er ist nicht wiederzuerkennen. Es war mir eine überaus große Freude, diesen Anblick zu genießen und festzustellen, dass es auch heute noch echte Zivilcourage gibt. Es sind nicht die angepassten Feiglinge, die in dieser Welt etwas bewegen!! Nur erwischen lassen sollte man sich nicht dabei.......23.11.2008





Und wieder ein Neuzugang: ein junges Katzenmädchen, ein Frühjahrskätzchen. Zusammen ist sie einfach mal mit ihrem Bruder, der inzwischen leider verschwunden ist, im Garten aufgetaucht. Tag und Nacht, bei Wind und Wetter saß sie auf den Eingangsstufen. Letztendlich ausschlaggebend dafür, dass man sich um eine Bleibe für sie bemühte war nicht etwa der Wintereinbruch oder Mitleid, sondern: Man wäre schon zwei Mal über die Kleine gefallen, die die Eingangsstufen belegt und das sei unzumutbar!!  15.11.2008


Und wenn wir gerade mal beim STERBEN sind, die letzte Woche war unterträglich.  Diesmal habe ich einen eigenen Kater verloren. Wir wollten nur mal kurz zum Tierarzt und nach den Zähnen schauen lassen. Der Kater aß schlecht und roch nach Eiter aus dem Mund. Es waren nicht die Zähne: er hatte einen Tumor, der bereits aufgeplatz war. Der Schlund war schon zur Hälfte zugewuchert. Endstadium. Es ist ein grausamer Liebesdienst, der mir abverlangt wurde. Ich mußte meinen Freund töten lassen, um ihm zu helfen. Wer weiß, vielleicht sehne ich mich mal nach jemanden, der mir einen solchen Dienst erweist........13.11.2008


Jetzt ist Herbst und jetzt wird gestorben. In einer guten Woche drei Todesfälle und mein Bedarf ist gedeckt. Kater Siggi kam 6 Jahre zu mir zum Urlaubmachen, wir kannten uns in- und auswendig. Und sein körperlicher Verfall wurde von Mal zu Mal offensichtlicher. Als er am 23.10. kam, wußte ich, dass es das letzte Mal ist..... Nichts war mehr so wie früher, die meisten Rituale stimmten nicht mehr. Als ich mir sicher war, dass er im Sterben liegt, blieb keine Zeit mehr, zum Notdienst zu rennen. Und dann hat er es alleine geschafft. Ein natürlicher Tod..... Aber Sterben ist nicht schön....... Und Todesnachrichten überbringen auch nicht...... Und trotzdem: er gehörte zu den oberen Zehntausend der Katzen. Kaum eine Katze hat so ein Premium-Zuhause wie er es hatte. Und längst nicht jede Katze wird 14 Jahre alt bei passabler Gesundheit..... 01.11.2008





Heute hatte ich erfreulichen Besuch und auch eine erfreuliche Vermittlung. Frau S. aus der Moserstraße. Kennengelernt haben wir uns schon vor Jahren, als es darum ging, eine wilde Streunerkatze kastrieren zu lassen, die sie am Haus fütterte.  Die Katze lebt immer noch und hat zum Glück ja dann auch keinen Nachwuchs in die Welt gesetzt. Als wir dann gerade beim Katzenfangen waren, damals, im Jahr 2001 (?), erschien auch ein roter Kater, laut schreiend und schon etwas mager. Auch er war schnell gefangen und landete in meinem Katzenzimmer. Dann forschte ich nach, wem er gehören könnte. Das Tierheim gab mir den entscheidenden Tipp: einer Frau aus Schopfloch ist beim Umsteigen auf dem Stuttgarter HBF der Kater entwichen. Der Transportkorb war schadhaft und das Tier ist über die Gleise entkommen!!!!


Und dann konnte ich mich auch wieder an die Anzeige im Wochenblatt erinnern:   " Stuttgart, Hauptbahnhof, roter Kater entlaufen....."  Damals dachte ich noch, dass man ihn wohl nie wieder bekommt.....   Ich rief die Dame an, die jeden 2. Tag nach Stuttgart kam, um ihren Kater zu suchen.  Sie kam mit einem Bild ihres Katers zu mir und was soll ich sagen: so ein schönes Wiedersehen habe ich selten erlebt. Noch heute denke ich gerne daran zurück. Abgesehen davon, dass mir Frau S., die den Kater angefüttert hat, als zuverlässige Tierfreundin in Erinnerung blieb. Und heute dürfte einer meiner Schützlinge bei ihr einziehen. Zwei weitere wohnen bereits im gleichen Haus und man vertritt sich gegenseitig bei der Urlaubspflege. Besser könnte es nicht gehen......... 22.10.2008











Und warum ich dabei gaaaaanz intensiv an Max (siehe oben)  denken muß? Weil der eigentlich genau in Sichtweite zur Moserstraße wohnt. Max wurde mir auf dem Flohmarkt in Pfullingen "ans Herz gelegt". Die Besitzer waren schon lange verzogen und Max wurde durchgefüttert. Aber das ist immer noch keine richtige Heimat. Ich habe ihn geholt und an Frau K. vermittelt. Frau K. habe ich schon mit ihrer inzwischen verstorbenen Katze kennengelernt, die ich während ihres Klinikaufenthaltes versorgte. Diese Katze war, gelinde ausgedrückt, ein richtiges Mistvieh.... Und ich dachte mir, wer eine solche Katze liebt und mit ihr zurechtkommt, der hat sich für eine meiner Pflegekatzen qualifiziert.... Und wohlgemerkt: Max lebte 10 Jahre auf der Straße und ist jetzt mustergültiger Wohnungskater!!!!!! Als ich ihn in Pfullingen abholte, packte mir Herr G. gleich noch eine andere Katze mit ein. Die sei auch herrenlos. Aber das war dann wohl doch etwas im Übereifer, denn ihre Besitzer meldeten sich und holten sie wieder ab. Und wie klein ist die Welt: sie waren bestens mit Familie W. bekannt. Familie W. hat mir schon öfters Schützlinge abgenommen. Zum Glück wurde mir nichts nachgetragen und ich hatte eine Pflegekatze weniger.


Noch gar nicht lange her, da kam morgens ein Hilferuf von einer mir entfernt bekannten Tierarztpraxis: ein Kater sollte nach dem Willen der Besitzer eingeschläfert werden. Man wollte nicht mehr in die notwendige aber auch erfolgsversprechende Operation investieren. Dann lieber einen neuen Kater anschaffen. So wie beim Schrotthändler. Unser Deal war schnell geschlossen: die Praxis pflegt den Kater gesund und wir helfen beim Vermitteln. Dabei gab es nur ein "kleines" Problem: Kater Niko sieht aus wie eine abgebundene Leberwurst. So wie man eben bei 11 kg aussieht. Genauso fett wie seine Ex-Besitzerin. Jahrelang hat sie ihn entgegen ärztlichen Rat gemästet und jetzt mußte er bitter büßen....Aus Datenschutzgründen sagte man mir ihren Namen natürlich nicht. Das war auch nicht nötig. Denn sie war ja auf der Suche nach einem neuen Kater. Und rief mich an und erzählte mir eine rührselige Geschichte, von einem armen Kater, den sie verloren hätte, weil er aussichtslos krank gewesen war......... Den weiteren Verlauf dieses Gesprächs möchte ich jetzt aus Jugendschutzgründen nicht wiedergeben. Inzwischen war ich sehr aktiv. Ich habe alle mir bekannten Tiervermittler gewarnt.....  Inzwischen habe ich gehört, dass Kater Niko über die Praxis vermittelt wurde.  Man hat alle mitleidigen Personen in der Kundendatei kontaktiert.  Meine Hochachtung für engagierte Tierärzte!!! Leider darf ich an dieser Stelle keine Werbung für diese Praxis machen. Man bat mich um Diskretion. Es war schließlich nicht ganz "legal", den Kater nicht einzuschläfern. Und was lernen wir daraus:


Laß` dich nicht erwischen, wenn du Gutes tust!! Den Tierquälern passiert meist weniger wie denen, die den Tieren helfen!! 06.10.2008











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Eingentlich wollte ich nur einfach mal einen Ausflug genießen, eine Einladung auf dem Land annehmen und den ganzen (Katzen-)Streß vergessen. Wo bin ich gelandet: natürlich bei Katzenfreunden. Dort waren schon 7 Stück zugelaufen. Unter anderem auch die Beiden hier: Kater Weißbart mit seiner Freundin. Seine Freundin wohnte schon lange in einem eigenen Raum des Hauses und wurde gepflegt. Sie hat an den Ohren Krebs, typisch für weiße Katzen. Sie läßt sich anfassen und so war die Betreuung möglich. Kater Weißbart lebte im Heizungskeller, dort war immer ein Fenster geöffnet. Anfassen ließ er sich nie. Ein Bild des Erbarmens: von den Parasiten und Ohrmilben zerfressen, chronisch entzündete Augen. So lebte der alte wilde Kater und dabei hat er auch noch entsetzlich gestunken, so, wie unkastrierte Kater eben stinken.....weniger nach Chanel, mehr so wie ein Moschusochse....


Der Anblick ließ mir keine Ruhe und so überredete ich die Familie, bei meinem nächsten Besuch einfach mal das Fenster im Heizungskeller zu schließen, wenn Weißbart drin ist. Und dann kamen wir und machten Safari. Ich will uns ja nicht selbst loben, aber es dauerte gar nicht lange und Weißbart war eingefangen. Ich roch dann allerdings so wie er, also nicht wirklich gut und niemand wollte mehr neben mir sitzen. Kater Weißbart wurde in eine Tierklinik geschafft und runderneuert. Bereits nach zwei Wochen war er nicht wiederzuerkennen. In der Zwischenzeit überredete ich seine "Leute", ihn aufzunehmen.


Ich habe sie einige Zeit bearbeitet und schließlich durfte der wilde Weißbart bei seiner Freundin einziehen. Das Ergebnis sehen Sie oben. Beide sind aufgeblüht und es gab nicht die mindesten Probleme. Ein Kater, der Zeit seines Lebens auf der Straße lebte und nicht domestiziert war, wurde zum Wohnungskater. Er wollte nicht mehr raus und genoß sein Leben mit seiner Freundin.


So lebten sie ca 19 Monate und dann kam der Neujahrstag 2008. Kater Weißbart war plötzlich gelähmt: Thrombose. Er mußte eingeschläfert werden. Gelitten hat er nur sehr kurz. Draußen wäre er jämmerlich zugrundegegangen. Noch heute denke ich wehmütig und trotzdem glücklich an ihn. Ihm konnte noch ein schönes Leben ermöglicht werden.


KEINE ANGST VOR STRASSENKATZEN!!!!  30.09.2008


FANGAKTION im Febr./März 2008


Irgendwo in Stuttgart, sehr ländlich und doch mitten in der Stadt, da wo es nur Privatgrundstücke gibt, z.B.  Bauernhof, Reiterhof, Schrebergärten und Vereinsgelände. Da leben sie: viele herrenlose und verwilderte Hauskatzen, die sich sprunghaft vermehren und sich selbst überlassen sind.
Gelegentlich gibt es irgendwo Futter, aber das ist es dann auch schon. Es gibt fast nur junge Tiere, kaum eines ist älter als zwei Jahre, was durch Studien belegt ist, denn freilebende Katzen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von maximal drei Jahren!

Irgendwo in Stuttgart, wo eigentlich niemand findet, dass man herrenlose Katzen kastrieren sollte. Der Bauer, von dessem Hof sie wohl alle stammen, hat sowieso kein Problem damit. Er hat nie mehr als 10 Stück. Wenn das Revier für überzählige Tiere zu klein wird und sie in die Nachbarschaft abwandern und sich dort weitervermehren, ist ihm das allemal egal. Das ist eben die Natur. Das war schon immer so. Und niemand ist bereit, mir Zutritt zu dem Gelände zu ermöglichen.

Und trotzdem werde ich sie kastrieren. Nachts werde ich sie einfangen. Immer in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.
Wobei eigentlich? Was ist mein Verbrechen?
Dass ich das Elend der herrenlosen Tiere eindämmen möchte?
Ich bin mir nicht sicher, welcher Straftatbestand erfüllt ist, wenn ich nachts ohne Erlaubnis der Grundstückseigentümer auf deren Grundstück Katzen einfange. Aber es ist mir klar, dass ich mich besser nicht erwischen lasse.

Nachts stelle ich die Fallen auf, die ich erst einmal 300 m durch den Wald schleppen muß. Meinem vegetativem Nervensystem gefällt es nachts nicht so sehr im Wald. Zumindest hat mir das meine Blase gesagt. Natürlich gehören die roten Augen auf dem Waldboden irgendeinem Tier. Meine Blase ist sich da allerdings nicht so sicher. Und ich werde nie wieder die Doku-Reihe "Autopsie" ansehen, bevor ich nachts losziehe. Ab ca 1:00 Uhr stelle ich die Fallen, gegen 3:00 Uhr kontrollieren und dann um 5:00 Uhr alles abräumen.
So fange ich jede Nacht 2 bis 3 Tiere. Auf gar keinen Fall darf ich verschlafen, wenn die Fallen noch draussen stehen. Das wäre eine Katastrophe.

Die Katzen springen mir nur so in die Falle. Frau M. nimmt mir auf einen Schlag 7 Stück ab, bringt sie zum Tierarzt und verwahrt sie, bis ich mit der Aktion fertig bin. Eine unermeßliche Hilfe. Man muß erst alle Tiere wegfangen, bevor man die ersten wieder freiläßt. Und man darf erst mit der Aktion aufhören, wenn man mindestens ein bis zwei Nächte nichts mehr gefangen hat. Ziel ist es, möglichst alle Tiere zu bekommen und einen Überblick zu haben.

So langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun. Erst nach der 14. Katze geht nichts mehr in die Falle. Das heißt: 14 verwilderte Hauskatzen verwahren. Die kann man nicht einfach in der Wohnung oder im Katzenzimmer laufen lassen. Sie werden in der Zwischenzeit in Käfigen gehalten. Es geht nicht anders. Eine schier unerträgliche Situation. Morgens, wenn ich ohnehin schon ziemlich erschöpft bin, heißt es erst einmal: "Großeinsatz im Katzenzimmer". Der Duft der unkastrierten Kater ist sehr gewöhnungsbedürftig. Sie pinkeln quasi im Stehen aus dem Käfig raus, so nach dem Motto: wer kann am Weitesten. Dabei sind alle ganz gut.

Wenn man mit einer Fangaktion begonnen hat, muß man sie zügig durchziehen. Und gerade jetzt erwischt mich ein Virus. Ich bin geschwächt und kann die Fallen kaum noch tragen. Fieberschübe und Schweißausbrüche machen mir schwer zu schaffen. Aber es muß weitergehen!! Und dann passiert es. Kurz nach Mitternacht. Ein Scheinwerfer nähert sich mir mit enormer Geschwindigkeit. Ein Suchtrupp? Nein. Ein Fahrradfahrer mit Lampe auf dem Kopf, der vor mir mehr Angst hat, wie ich vor ihm. Als er mich sieht, hat er es plötzlich sehr eilig. Und überhaupt: was tut der eigentlich nachts im Wald?

Wir verteilen die Katzen auf drei Tierarztpraxen, weil man eine einzige Praxis kaum mit 14 Stück auf einmal erschlagen kann.

Bilanz der Fangaktion:

Eingefangene Tiere: 14

Davon weiblich: 7

Domestizierbar: 6

Gefahrene Kilometer: circa 700 !!

6 der Katzen sind erstaunlich zutraulich und werden nicht wieder ausgesetzt. Immer abends, wenn ich mich mit den noch verbliebenen beschäftige, dann weiß ich, dass es die Mühe wert war. Und ich werde mit vergnügtem Schnurren für all die Strapazen entschädigt. Und ich denke an die vielen Katzen, die nun nicht mehr ins Elend hineingeboren werden.

 

Ich bedanke mich bei den vielen unzähligen Helfern, Sponsoren und Sympatisanten, ohne deren Hilfe dies nicht möglich gewesen wäre.